Der Burren im Westen Irlands in der County Clare

Er ist immer wieder beeindruckend, und das nicht nur für Botaniker oder Geologen. Ein Blick über das karge Karststeingebiet lohnt sich auf jeden Fall. Es gibt hier jede Menge zu entdecken, wie z.B. die  prähistorischen, keltischen Ringforts, Dolmen oder Wedge-Tombs; aber auch eine Vielzahl an alpinen und mediterranen Pflanzen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander gedeihen. Selbst Orchideen habe ich hier schon gefunden. Immer wieder sieht man auch die Ruinen von Burgen und Kirchen. Weiterhin ist Ailwee-Cave, eine Tropfsteinhöhle, noch zu erwähnen. Dort werden täglich Führungen angeboten. Es haut einen nicht gerade vom Hocker, wenn man die Höhle mit anderen z.B. hier in Deutschland vergleicht; sie ist aber trotzdem ganz nett. Außerdem hat man vom Parkplatz aus einen schönen Blick über den Burren, und es geht ein Kletterpfad hoch auf den Gipfel über der Höhle.

etwas gruselig in diesem Licht: ein alter Friedhof

altes Foto aus den 70ern

Kilfenora, im Innenraum

Westcross außerhalb des Friedhofes

Ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch des Burren ist der Ort Kilfenora. Das Burren Centre bietet Informationen in mehreren Sprachen, eine gute Ausstellung und Karten sowohl für motorisierte als auch für wandernde Irlandbesucher an http://www.theburrencentre.ie/. Sehenswert ist auch die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Auf deren Gelände fand man bis vor Kurzem noch drei sehr alte keltische Hochkreuze, die allerdings durch Wind und Wetter so arg mitgenommen wurden, dass die Motive zum Teil nur noch sehr schlecht zu erkennen waren. Aus diesem Grund wurden sie - bis auf ein Kreuz - aus dem Außenbereich (Friedhof) in einen geschützten Innenraum der Kathedrale verlegt. Eine kleine Pause in Vaughan's Bar neben dem Display Center ist auch zu empfehlen. Bei einem meiner ersten Irland-Besuche im Jahr 1978 war es noch ein typisches kleines Dorf-Pub mit fahrenden Musikern, die für eine kleine Gage, Getränke und eine Mahlzeit am Wochenenden aufspielten. Es gab winzige Tische, ein paarSitzgelegenheiten und eine einzige Sorte Bier (natürlich Guinness). Mittlerweile wurde an- und umgebaut, jedoch nicht zum Nachteil des Gesamtbildes. Die kleine Speisekarte ist sehr zu empfehlen. Für die "armen" Raucher gibt es draußen auf der Terrasse ein Plätzchen; im Winter sogar mit Heizstrahler.

 

Orchideen findet man hier oft

Knabenkraut

Ich habe nicht weit von Kilfenora, in Kilnaboy übernachtet. Der "Ort" besteht aus höchstens 6 Häusern soowie einer Kirchenruine. Hier gibt es eine Besonderheit. Über dem Eingangsbereich der ehemaligen Kirche befindet sich eine in Stein gehauene keltische Fruchtbarkeitsgöttin, eine sogen. Sheela-na-gig.

Kirchenruine Kilnaboy

Tipp: Mary Kelleher von "Fergus View" ist eine tolle Gastgeberin und Köchin (B&B und cottages). Sie und ihr Ehemann Declan, ein Lehrer, können viel über die Gegend erzählen und sind Anglern auch beim Aussuchen der richtigen Angelplätze behilflich. Das Haupthaus befindet sich in der Nähe des River Fergus und des Lake Inchiqiun bei Corofin (http://www.fergusview.com/ ).

Eine der - für mich - landschaftlich schönsten Strecken möchten ich auch noch erwähnen. Eine Fahrt an der Küstenstraße entlang bis Ballyvaughan, wo die Ausläufer des  Burren bis ans Meer reichen, und dann zurück quer über den Burren. Von Kilfenora aus geht's Richtung Lisdoonvarna, dann nach Doolin und Ballyvaughan. Von dort aus am Burren College of Art vorbei hinauf in den Burren und zurück nach Kilfenora. Genug zu sehen gibt es hier an jeder Ecke und in jedem Dorf: Die berühmten Cliffs of Moher, Musikpubs in Doolin, The Burren Smokehouse in Lisdoonvarna (super Lachs!!!) und jede Menge Landschaft. Ballyvaughan hat sich von einem kleinen Fischerdorf mit zwei Pubs und einigen Häusern leider zu einem Touristenschwerpunkt verändert. Täglich machen hier einige Reisebusse ihre Pausen. Trotzdem ist der Ort wegen seiner Lage sehenswert und ein Besuch in O'Brians oder in Monk's Bar  lohnt sich auf jeden Fall.  Ein markanter Punkt ist ein restaurierter Rundturm (leider nicht in Originalhöhe). Er ist einer von wenigen ERundtürmen Irlands, die auf einem rechteckigen Fundament erbaut wurden. Bei meinem ersten Besuch in den 80er Jahren gab es nur eine Turmruine am Rande des Burren, die über einen holprigen Wanderweg erreicht werden konnte. Mittlerweile bekam der Turm ein Dach, und die angebauten Gebäude beherbergen das Burren College of Art. Im Turm befindet sich eine kleine Ausstellung über die Bauarbeiten und die Geschichte des Colleges (http://www.burrencollege.ie/). Außerdem kann man direkt hier, aber auch in Ballyvaughan, geführte Wanderungen in den Burren buchen. Der Rückweg bis Kilfenora führt u.a. auch an Ailwee-Cave (siehe weiter oben) vorbei. Warum also nicht 'mal 'reinschauen? Alle Sehenswürdigkeiten sind im Übrigen stets gut ausgeschildert.

früher sah er so aus

heute

Last but not least möchte ich noch einige Dinge erwähnen, die ich auf meinen Streifzügen rund um den Burren entdeckt habe.

Zunächst ist da einmal die  Burren Perfumery, die mitten im Burren in einem kleinen Tal liegt. Probeschnuppern an den verschiedenen Parfums, Badezusätzen und Duftölen ist Pflicht! Danach kann man sich im Teehaus nebenan noch stärken, bevor die Reise weitergeht. Ich würde vorschlagen, von dort aus Richtung Kinvarra quer durch den Burren zu fahren. Im Hafen dort gibt es gute Fischrestaurants. Ein Stück weiter an der Straße, die Küste entlang, befindet sich Dunguaire Castle. Laut Fremdenführerin wohnte hier ein Clan, dessen Festung aufgrund seiner Lage auf einer kleinen Halbinsel nie erobert wurde. Zuletzt wurde das Castle von einer einzelnen Lady bewohnt. Es ist auf drei Ebenen wirklich ganz nett und originär eingerichtet. Bis auf das neue Dach sind sämtliche Mauern im Originalzustand.

Auf dem Weg von Corofin über Gort in Richtung Galway lohnt sich auf jeden Fall ein Halt bei der alten Klosteranlage Kilmacduagh, erbaut im 7. und restauriert im 13. Jahrhundert. Weiter geht die Fahrt durch Gort. Hier hält man sich Richtung Coole Park, dem ehemaligen Landsitz von Lady Gregory, einer irischen Schriftstellerin, die mit dem irischen Dichter William Butler Yeats befreundet war. Ganz in der Nähe liegt Yeats Tower (Thoor Ballylee), der Rest einer ehemaligen Normannenburg, den Yeats im Jahr 1912 erwarb und hier 12 Jahre wohnte.  Innen befindet sich ein kleines Museum.

Das soll nun zum Thema Burren erst einmal genug sein. Eine faszinierende Landschaft, die ich jedem Irlandbesucher nur empfehlen kann.

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Blick von Ailwee