Eindrücke von Cornwall                 Flagge Cornwall

Eden Project

Was sich da wie riesige Insektenwaben in einer ehemaligen China Clay*- Grube in der Nähe von St. Austell erhebt, ist eine faszinierende Ausstellung. Tim Smit verwirklichte hier seinen Traum, den Menschen die Vielfältigkeit der Natur nahe zu bringen.

Das Eden Project versteht sich nicht als "Vergnügungs-Park" sondern als Beitrag zum Umweltschutz. Unter den Dächern aus Kunststofffolie werden ca. 100.000 Arten verschiedener Pflanzen quer durch die verschiedenen Klimazonen der Erde gezeigt. Menschen mit Kreislaufproblemen sind bitte bei den subtropischen Biosphären vorsichtig. Es ist sehr heiß und feucht.

Draußen vor den Kuppeln gedeihen dank des milden Klimas in Cornwall ebenfalls viele Pflanzen. Das Ganze wird immer wieder durch die Verbindung mit Kunst, wie z.B. Skulpturen,  aufgelockert. Die - manchmal unglückselige - Verknüpfung zwischen Mensch und Umwelt  darzustellen, ist mit ein Anliegen dieser Ausstellung. Ich fand dies sehr gelungen. Man kann sich hier  locker mehrere Stunden aufhalten, ohne dass Langweile aufkommt.
http://www.edenproject.com/
*China Clay = Kaolin/Porzellanerde, siehe weiter unten: 
St. Austell

Eden

Eden

komplett aus Kork

Tintagel

Das Dorf Tintagel baut natürlich auf die Arthussage. Hier ist alles sehr "touristenfreundlich", d.h. Andenken und Souvenirs an jeder Ecke, aber auch einige nette Pubs, wo man zu einigermaßen zivilen Preisen essen und trinken kann. Fußkranke können von hier aus einen Taxiservice bis zum Anstieg zur Ruine buchen. Hier muss man sich entscheiden, was man nun glauben will, oder eben nicht. Tintagel Castle, nahe bei dem Ort Tintagel, wird gerne als Burg aus der Arthus-Sage genannt. Arthus soll hier gezeugt/geboren worden sein. Echte Beweise hierfür gibt es aber nicht. Die Burg hatte wohl nur regionale Bedeutung. Trotzdem ist das Erklimmen der Burgruine an der cornischen Küste erstrebenswert. Es kostet allerdings Eintritt. Menschen, die ihre Höhenangst überwinden und den in Stein gehauenen, holperigen Stufen entlang der Steilküste noch oben folgen - Vorsicht: bei Gegenverkehr wird's stellenweise recht eng! -, werden durch einen tollen Ausblick auf die darunter liegende Bucht belohnt. Und wenn man schon 'mal oben ist, kann man ja auch die Ruine etwas näher in Augenschein nehmen.
Längs der Küste kann man über einen Wanderweg einen großen Bogen um Tintagel schlagen und eine weitere Ruine (einer Kirche?) entdecken. Der Weg gehört zum Costal Path (
http://www.cornishman.com/).

Teil der Burgruine

Blick nach unten in Merlins Cave

Ruine über dem Küstenpfad

Newquay

Auf der Suche nach einem Ring mit keltischem Motiv sind wir in Newquay fündig geworden. Hier "tobt der Bär". Newquay ist ein überaus beliebter Bade- und Surfort und dementsprechend gut besucht. Nach der ländlichen Stille kleinerer Ortschaften kann man sich hier in den Trubel stürzen. Newquay verfügt über einen tollen Strand, jede Menge Geschäfte und einen netten Zoo. Vom Hafen aus kann man mit der Dampfeisenbahn eine Fahrt unternehmen (http://www.chycor.co.uk/lappa-valley-railway/).

hoffentlich bekommen die Nachbarn nie Streit

St. Austell

St. Austell war der erste Ort in Europa, in dessen Gebiet China Clay (Kaolin) abgebaut wurde. Die weißen Halden kann man schon von weitem sehen. Es gibt hier ein interessantes Freilichtmuseum über die Geschichte der Förderung mit Multimediaraum (http://www.wheal-martyn.com). Es ist wirklich erstaunlich, was alles aus Porzellanerde hergestellt wird. Was genau das ist, möchte ich hier nicht verraten; es lohnt sich, das selbst herauszufinden. Wir hatten in St. Austell ein Cottage gemietet und von hier aus dann den Rest von Cornwall erkundet. Heutzutage ist St. Austell ein Geschäftszentrum und Verkehrsknotenpunkt. Wirkliche touristische Highlights gibt es hier - für meinen Geschmack - nicht.

Charlestown

Charlestown ist ein historischer Hafen und St. Austell vorgelagert. Von hier aus wurde China Clay exportiert. Heute ist Charlestown nur noch eine Touristenattraktion und wird auch oft in Filmproduktionen als Kulisse eingesetzt. Im alten Hafenbecken sind stets einige Museumsschiffe (Segelschiffe) zu bestaunen. Zusätzlich kann man hier das Charlestown Shipwreck and Heritage Center besuchen. http://www.shipwreckcharlestown.com

Dorfpub

Mevagissey

Hier haben wir öfter Halt gemacht. Mevagissey ist ein  malerischer alter Fischerort. Der Hafen ist nach wie vor in Betrieb. Drumherum kauern sich die Häuser mit winzigen Gassen. Man sollte den Hinweisschildern Beachtung schenken und den Parkplatz am Ortseingang benutzen. Ansonsten hat man keine Chance mehr, sein Auto abzustellen und muss sich durch Einbahnstraßen und enge Gässchen quälen, bis man wiederum am Parkplatz landet! Weil es dort so schön ist, wimmelt es an manchen Tagen natürlich auch vor Touristen. Doch für einen Besuch dieses Hafenstädtchens habe ich sogar dies mehrmals in Kauf genommen (http://www.mevagisseyharbour.co.uk). Für Eisenbahnfreaks gibt es hier einen Shop mit Ausstellungsraum, in dem über 30 verschiedene Züge durch die unterschiedlichsten Landschaften düsen (http://www.model-railway.co.uk). Und Abends bei einem Pint in den nicht mehr von Touristen heimgesuchten Pubs kann man auch noch die ein oder andere Legende über die damaligen Schmuggler hören und Darts spielen.

Mevagissey

Mevagissey

Fowey

Da hätten wir also das nächste (Hafen-)Städtchen, an der Mündung des River Fowey gelegen. Doch bevor man in den Ort fährt, betrachtet man sich den Tristan Stone. Die Sage von Tristan und Isolde dürfte einigermaßen bekannt sein, wenn nicht: nachlesen! Auf dem Stein wurde eine verwitterte Inschrift entziffert: Drustans hic iacet Cunomori Filius, hier liegt Drustan, der Sohn Cunomorus. Der Stein datiert in etwa aus dem 6. Jahrhundert, und es wird spekuliert, dass es sich bei Drustan um den Tristan aus der Sage handelt. Ursprünglich soll der Stein in der Nähe eines kleinen Hill Forts aus der Eisenzeit gestanden haben, das in Zusammenhang mit Mark von Cornwall (Onkel oder Vater Tristans) gebracht wird. 1971 wurde der Stein an seine jetzige Stelle versetzt (http://www.kingarthursknights.com/structures/tristanstone.asp).

Fowey - wie auch alle anderen Küstenorte - entdeckt man am Besten zu Fuß. Oberhalb des Hafens gibt es ausreichend Parkplätze und einen Shuttle-Bus. Vorsicht: Oberhalb heißt wirklich oberhalb. Der Fußweg durch den alten Ortskern  nach unten zum Hafen ist sehr steil, überwiegend kopfsteingepflastert und Fußkranken nicht unbedingt zu empfehlen. Im Ort wird man durch den Anblick schöner alter Häuser und Lädchen belohnt. Die Auswahl an Pubs mit gutem Essen ist ebenfalls recht groß, aber auch Fish und Chips "auf der Hand" vom Stand im Hafen lässt richtiges Urlaubsfeeling aufkommen. Von Fowey aus kann man eine Autofähre (verkehrt nur bei Tageslicht) nach Bodinnick benutzen, um z.B. den Weg die Küste entlang Richtung Polperro abzukürzen. Übrigens, Bodinnick, war einst Wohnsitz der Schriftstellerin Daphne Du Maurier, die einem in Cornwall immer 'mal wieder begegnet.

Tristan Stone

Fähranleger in Bodinnick

überall üppige Blumenpracht, nicht nur wie hier in Fowey

Looe

Looe ist ein kleiner Fischerort, der durch den River Looe der hier ins Meer mündet, in zwei Teile geteilt wird. Im lebhaften  Eastlooe befinden sich überwiegend Läden und Pubs (und Touristen); Westlooe ist mehr die Wohngegend, aber auch hier  gibt es einige Restaurants und Shops. Am Ende des Hafens findet man einen kleinen Sandstrand.

Blick auf West-Looe

Looe

 

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River Looe